Reiseleitung »Seelenkonzil«

22.10.08 Leipzig

2008-10-22 23:59 von sternblume (4 Kommentare)

Mit vom Frühstück gut gefüllten Mägen machten wir uns auf den Weg unsere Reise fortzusetzen. Trotz eines recht gefährlichen Fahrmanövers eines etwas übermütigen LKW-Fahrers (wer baut denn auch bitte zweispurige Kreisel, die spinnen die Berliner), kamen wir recht schnell auf die Autobahn. Kaum aufgefahren, vor uns nur Straße und keine Ausfahrt weit und breit, schon ertönt ein Schrei vom Beifahrersitz „Ich will ein Eis!“. Da t.omate es nicht wie von mir vorgeschlagen auf Anhieb schneien lassen konnte, musste sich Herr Henke ohne Eis zufrieden geben. Der Rest der Fahrt verlief recht ereignislos. Das Wetter war miserabel (toll t.omate), die Herren der Schöpfung am dösen und mir war langweilig, da ich ja niemanden mehr zum unterhalten hatte (Oswalds unsichtbarer Freund ist leider Fremden gegenüber nicht sehr gesprächig und beschränkte sich daher auf das was er immer tat- das Auto unordentlich zu machen). Zum Glück hatten wir es ja diesmal nicht so weit.

Als wir in Leipzig ankamen, überließ ich den beiden für ein paar Stunden mein Auto, um zur Moritzbastei zu fahren und auszuladen. Böser Fehler! Ich hätte es wissen müssen, kaum sitze ich einmal für eine kurze Zeit nicht am Steuer, schon passiert so was. Ich kam um sechs Uhr wieder an meinem Auto an und was musste ich da vorfinden? Einen Strafzettel wegen falsch parken hinter der Windschutzscheibe! Na toll... wenn man nicht alles selber macht.

Die Lesung war ähnlich gut besucht wie die gestrige in Berlin und erfreute uns durch ein bunt gemischtes Publikum. Von schwarz bis bunt gekleidet, jung bis alt war alles vertreten (nur Minderjährige und Emos suchten wir wieder einmal vergeblich).

Sehr erfreulich war die Lesung auch für mich, denn endlich bekam ich auch einmal etwas süßes ab- eine Leckmuschel! Als ich mir an dieser allerdings den halben Mund wund gescheuert hatte, wusste ich wieder, was mich als Kind an den Dingern immer so gestört hatte.

Als es daran gehen sollte mit „Zimmer 34“ wieder einen noch nicht gelesenen Text vorzutragen, beschloss Oswald, dass ihm dieser viel zu lang sei und er gar keine Lust habe ihn zu lesen. Kurz gebrüllt schon betrat ein zweites mal Markus Förster die Bühne und trug diesen an seiner statt vor. Da es gestern mit der Hoffnung nicht so richtig klappen wollte, versuchte er es an diesem Abend mit Liebe. Doch irgendwie schien Herr Henke auch dies nicht zu 100% zufrieden zu stellen und so bedeutete er ihm, doch noch ein wenig an seiner positiven Seite zu arbeiten.

Die als Bestrafer ausgewählte Dame zeigte sich im laufe des Abends als Wandelwesen und begann anstatt mit Kreide zu werfen damit, ebenfalls Seifenblasen in die Luft zu pusten (zum Glück mit eigenem Pustefix, sonst wären wir jetzt wohl pleite, denn so ein Meer aus Seifenblasen hatten wir noch nie auf der Bühne). Dabei war die Stimmung gar nicht so gedrückt, ganz im Gegenteil. Das Publikum ließ sich von Text zu Text auf neue Gefühle und Eindrücke ein und es herrschte den ganzen Abend über eine sehr angenehme und aufmerksame Stimmung. Man kann ohne Probleme sagen, dass das Publikum an diesem Abend viel zum guten gelingen des selben beigetragen hat und so klang die Lesung mit lautem und beeindrucktem Applaus aus.

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Kommentar von Katrin | 2008-10-23

Die Lesung war mal wieder sehr sehr schön.
Auch wenn ich 2mal gestört habe *fg*
Beim ersten Mal hat mich die Beatraferin (Danke Kathrin) verschohnt.
Beim zweiten Mal wurde ich von Herrn Henke mit der übergroßen Wasserpistole bedroht.
Aber dann war ich auch ganz brav...
So wie immer

Liebe Grüsse Katrin

PS Mein Freund hat dann auch noch mal gestört, alledings war da die bestraferin fix und hat ihn volle Kanne erwischt. :-)

Kommentar von Moonchild | 2008-10-23

Also mal Ganz ehrlich...

In Zukunft werde ich mich mit lauthalsem Gelächter zurückhalten... ;0)
~ANGST!~
(dabei saß ich schon weit hinten...)

Hätt`ich das gewußt... man oh man...
Vielen Dank, Herr Henke, das ich auf der Bühne verweilen durfte... Habe mich gefühlt wie auf einer Strafbank... (kleine Kinder müssen meist wenn sie böse waren für 5 minuten auf die "stille Treppe"), nur bei mir waren es fast 2 Stunden... Grrrr...
DAS GIBT RACHE!!! ;0)

Und dann, gab es nicht mal für mich Süßigkeiten, ich hätte auch ganz gern was zum lutschen gehabt... HIHIHI

ach und noch was...
ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, meinen "Job" gut auszuführen... allerdings KANN ICH NICHT unter Druck und Beobachtung arbeiten... ;0)

Ein toller Abend... ;0) DANKE!
und bis morgen in Cemnitz! *grins*

~DIE BESTRAFERIN KATHRIN~

Kommentar von Christoph | 2008-10-24

Hey, auf diesem Weg vielen Dank für die humorvolle, aber auch nachdeklich machende Lesung in Leipzig. War wirklich großartig...Vorallem fand ich super, dass man Oswald nochmal gemeinsam mit Markus erleben durfte...Hatte wirklich schon geglaubt nie wieder ZeitenWände irgendwo erleben zu dürfen.

Kommentar von Kathrin | 2008-10-26

Ich fand die Lesung auch sehr nachdenklich bis sehr lustig, grad die spontanen unvorhergesehenen Situationen wurden von Oswald schlagfertig gemeistert. Oswald, es war ein schöner Abend. Auch die älteren Stücke, wie " Spuren im Schnee" riefen viele schöne Erinnerungen an vergangene Tage / Jahre wieder wach ! Auch meiner Freundin hatte es sichtlich gefallen. Ein Hörbuch zur Lesereise wäre doch auch mal eine Idee ? viele Grüße, Kathrin Sch. aus Leipzig
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