Reiseleitung »Seelenkonzil«

25.10.08 zwei Hilflose in Oswalds Heimat

25.10.2008 16:16 von sternblume (Kommentare: 5)

Leute, Leute was für ein Chaos. Ihr glaubt gar nicht, was seit gestern alles passiert ist. t.omate hat sich den Kopf an der Kofferaumklappe so stark angeschlagen, dass er vollkommen die Orientierung verlor und sich verlaufen hat. Plötzlich war er weg und ward nicht mehr gesehen. Er war einfach futsch...
Vom lustigen Reisetrio gewaltsam zum traurigen Duo beschnitten, stellte ich mich der Aufgabe Oswald den ganzen Abend alleine zu ertragen. Kaum hatte ich meine Merchadisesachen so geordnet, dass ich alles gut finden konnte, räumte Herr Henke in einem unbeobachteten Moment alles wieder um, weil ihm so langweilig war.
Ich regte mich nicht auf und dachte an unser Mantra: Alles für die Kunst!
Als ich dann als letztes noch ein Poster als Ansichtsexemplar aufhängen wollte geschah es... Kladusch, Zack abgerutscht und mit der Schere tief in den Zeigefinger geschnitten. Ist ja eigentlich kein Drama, bloß hörte das gar nicht mehr auf zu bluten. Also Papiertücher drum, festgetaped und gut war ( aber ihr glaubt gar nicht, wie ätzend es grade für mich ist, das hier zu tippen mit dem dicken Papierhütchen auf dem Finger). Und alles nur, weil t.omate nicht da war. Es versteht sich natürlich von selbst, dass ich ausgerechnet an diesem Abend kein Poster verkauft habe und somit die ganze Aktion völlig für die Katz war.
Die Lesung fand in der Tac TU Chemnitz statt und war recht gut besucht. Das Publikum war wie schon in Leipzig bunt gemischt und ließ sich von Oswald durch verschiedenste Stimmungsbilder führen. Gegen Mitte der Lesung verteilte Oswald seine "Fehldrucke der Schweizer Fahne" um bei besonderem Gefallen eines Textes, diese als "Euphoriefahnen" schwenken zu lassen. Der erste Einsatz ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Kaum hatte Oswald die Worte "Sexuelle Expansionspolitik" ausgesprochen, wurden unter johlen und frohlocken die Fahnen durch die Luft geschwenkt. Ebenfalls für sehr heitere Stimmung sorgte das Murmelspielen an diesem Tag. Da sich nicht mehr Freiwillige fanden, trat Oswald nur gegen zwei Gäste an. Nachdem sich der männliche Teilnehmer recht früh aus dem Rennen murmelte und die weibliche Gegenspielerin ihre Kugel in weite Ferne schoss, wurde Herr Henke, sich des Sieges wohl zu sicher, ein wenig übermütig. Mit akrobatischer Eleganz vollführte er in seltsam verrenkter Haltung einen "linksseitig-angetäuschten-Auerbach-doppler-Schuss" mit dem er erstaunlicherweise auch recht nah an die Zielmurmel herankam. Mit breitem Grinsen stellte er sich neben die Murmeln und beobachtete ruhig den letzten Zug der noch verbliebenen Dame. Doch nur wenige Momente später verzerrte sich sein triumphierendes Gesicht zu einer entsetzten Fratze. Mit einem perfekten Schuss spielte sich seine Gegnerin bis auf wenige Millimeter an das Ziel heran und gewann somit das Spiel.
Als es an das Verteilen der Orangenschiffchen ging, konnte sich die Seifenblasenbeauftragte des Abends ebenfalls über eines der leckeren Fruchtfiles freuen, denn sie hatten ihre Kinder gleich dabei und war somit eindeutig als Mutter identifizierbar. Woher wir wussten, dass die gute Frau mit Kindern da war? Ganz einfach, als sie von Oswald einen der Siegercocktails mangels weiteren Siegern angeboten bekam, antwortete sie, dass sie ihn leider nicht annehmen könne, da sie ihre Kinder nach Hause fahren müsse. Das ging ja nun wirklich nicht, immerhin hatte sie die Chance einen super leckeren Swimmingpool zu trinken. Also beschloss sie kurzerhand, ihre Kinder müssen eben sie fahren, anstatt umgekehrt.
Auch an diesem Abend blieb alles anders und mit "Märchenprinzen" , "Nichts ist alles", "Spaziergang durch ein Mienenfeld" und "Neugier" fanden wieder einmal bisher ungelesene Texte gehör. Bei "Die Form" und den folgenden Texten zeigte sich, dass selbst eine Mensa im Schein von unzähligen Teelichtern in einen Ort der atemlosen und bedächtigen Stille verwandelt werden kann.
Das eigentliche Chaos begann jedoch erst nach der Lesung- unseres t.omatenjungens beraubt und hilflos zu zweit umherirrend, wollten Oswald und ich zum Hotel fahren (der einzige Vorteil an t.omates Verschwinden, ich musste nicht im Auto schlafen sondern hatte ein Hotelzimmer- so richtig mit Bett und so... Wahnsinn!), doch plötzlich, wie aus dem Nichts war er da- der Stein! Ich schwöre es muss ein Zauberstein gewesen sein, der sich urplötzlich neben mein Auto gebeamt hat. Knirsch - Knall - bremsen - Stille. Oswald sitzt sprachlos neben mir, so weiß wie Kreide und einem Herzinfarkt nahe, ich denke nur "Ober-riesen-doppel-mist". Raus aus dem Wagen und nachgeschaut, ich kann entwarnung geben, der Stein lebt noch. Hat nicht mal nen Kratzer die Sau, mein Auto dafür umso mehr. Aber was solls, ist ja nur Blech- also weiter zum Hotel. Als wir am nächsten morgen wieder auf der Autobahn waren beschlossen wir, wir brauchten unseren t.omate wieder, denn auf Oswalds auf "Wie geht's uns?"-Gerufe komm von mir alleine nur ein trauriges "doooof" als Antwort und das geht ja nun wirklich nicht.
Also ran ans Telefon und angerufen. Was mussten wir da hören? Dem ärmsten war ein Reifen geplatzt! Das konnte kein Zufall mehr sein, das Schicksal will uns anscheinend nicht getrennt sehen. Also wurde t.omate beordert, sofort den nächsten Zug zu besteigen und zu uns zurückzukehren, bevor noch schlimmeres geschieht. Nun sitzen wir also hier und warten auf die hoffentlich baldige Ankunft von t.omate, damit wir endlich wieder glücklich vereint sind. Dann geht es heute abend zusammen ins Melodrom zum feiern und jetzt ratet mal, was für eine Releaseparty dort heute stattfinden soll???

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Kommentar von Sohn von der Seifenblasenassistentin | 25.10.2008

Erst einmal: Es war ein wundervoller Abend gestern in der gemütlichen Mensa. Die Verteilung des Bieres war am Ende auch sehr interessant. Plötzlich hatte ''meine kleine Schwester'' ein 0,5 l-Bier zu leeren. Aber am Ende sind wir alle wieder lebend nach Hause gekommen (sonst würde ich das hier auch nicht schreiben können).
Aber euer Trio ist auch vom Pech verfolgt. Plötzlich ein Zauberstein, dem t.omate platzt ein Gummi weg (Reifen!)... Jedenfalls lebt auch hier (Gott oder wem auch immer sei Dank!) und könnt die Tour weiter machen. Welche Releaseparty stattfinden soll... Gute Frage. Das tolle FSK 18-Buch vielleicht? Oder .. oder... Oder?

Kommentar von Katrin | 25.10.2008

Was soll man da sagen?
Irgendwann musste auf der Tour ja ein kleines Chaos passieren.
Ich hoffe Deinem Finge geht es wieder besser ?!
nd natürlich hoffe ich das t.omate sich wieder zu Euch gefunden habt.
Zu gern wäre ich in Chemnitz dabei geweseb, aber das hätte meiner Arbeitgeberin so gar nicht gefallen ... Kann ich mir für sie mal die Wasserpistole ausborgen *liebGuck*
So, und nun bin ich ja mega neugierig was es da für eine Releaseparty gibt ???

Kommentar von claudia | 25.10.2008

verzaubert-verletzte(kinder)seele-berührt-wenn einen das glück begleitet,wo bleibt dann die sehnsucht-tausend fragen-schön wars-trink darauf irgendwann ne p.c.;-))

Kommentar von Moonchild | 26.10.2008

Hej Oswald,
vielen dank für die Lesung in Chemnitz, anders als Leipzig, aber schön.
Danke für "Kinderherzen" und "Nachts kommt sie"...

Der Gedanke an ein Hörbuch fesselt mich seit her.
Ich denke das du damit sehr punkten könntest...
Vielleicht kannst du nach deinem Konzil einfach nochmal darüber nachdenken...
Angenehme Zeit noch...

lG Kathrin

Kommentar von Fimbul | 28.10.2008

....offensichtlich wurde der Samstag als kollektiver Glückstag gebucht.
Kekse für alle....

Grüße für den Rest